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Clickertraining

Als die ersten Delphinshows aufgebaut wurden, stellte sich für die Delphintrainer ein großes Problem: Wie bestätigen (belohnen) sie einen Delphin, der etliche Meter entfernt durchs Wasser schießt? Hier kam man unter Anwendung einer damals entstandenen tierpsychologischen Theorie zu der Lösung, ein Geräusch (z.B. Pfeife) abzugeben, welches das Tier automatisch mit Futter verbindet. Dazu lernt das Tier zunächst dieses Geräusch mit dem Futter zu verknüpfen - das Geräusch gibt es einfach eine Zeit lang immer gleichzeitig mit Futter. Schon relativ bald weiß das Tier: "Höre ich das Geräusch, dann bekomme ich Futter."

In den letzten Jahren hat man diese Erkenntnisse auf verschiedene Tierarten angewandt, besonders auch auf Hunde. Hier wurde unter dem Titel Clickertraining eine Ausbildungsmethode entwickelt, die es dem Hund ermöglicht, selber positiv bestärkt, vom Hundeführer erwünschte Verhaltensweisen zu entwickeln. Ich will hier einen kurzen Einblick in diese Trainingsmethode geben:

Zunächst lernt der Hund, das Geräusch ("Click") mit einer Belohnung zu verbinden. Als Belohnung kann prinzipiell alles eingesetzt werden, was der Hund gerne hat. Am leichtesten geht es allerdings mit Futter. Diesen Vorgang nennt man auch "den Clicker laden". Dabei bekommt der Hund seine Belohnung gleichzeitig mit dem Geräusch. Spezielle Clicker sind heute bei uns noch eher schwer zu bekommen, das Kinderspielzeug (Metallfrosch mit Metallzunge auf der Unterseite, die beim Durchdrücken ein metallisches "Click" von sich gibt) tut es für den Anfang auch. Den Vorgang des "Clicker-Ladens" kann man schon mit dem jungen Welpen beginnen. Hier bildet sich quasi ein Reflex heraus: "Click" heißt für den Hund "Jetzt kommt Futter".

Wenn diese Verknüpfung erfolgt ist, beginnt das eigentliche Training. Dabei wird die Technik des "Formens" angewandt. Das tolle dabei ist, dass der Hund nicht wie bei den herkömmlichen Abrichttechniken in eine Position oder zu einer Handlung mehr oder weniger gezwungen wird. Der Trainer wartet viel mehr, bis der Hund ein gewünschtes Verhalten zumindest ansatzweise zeigt. Schon kommt der Click. Dieses Geräusch ist relativ kurz und kann daher sehr präzise genau in der Zehntelsekunde des richtigen Verhaltens gegeben werden. Der Hund ist zunächst positiv überrascht und holt sich auch gleich das Futter. Und probiert dann aus, wie er seinen Menschen dazu bringen kann, nochmals zu klicken. Irgendwann kommt dann wieder das erwünschte Verhalten, wieder zumindest ansatzweise. Click & Belohnung. So geht das weiter, bis der Hund das macht, was man von ihm ursprünglich wollte.

Ein Hund, der von klein auf mit dem Clicker trainiert wurde baut dadurch auch ein erstaunliches Talent auf, herauszufinden, was man von ihm möchte. Und tut dies total freudig. Ich kann somit als Hundeführer komplett auf jeden Druck, jeden Schmerz, jede Gewalteinwirkung verzichten. Der Hund lernt nur über positive Bestätigung und wird dadurch auch wesentlich zuverlässiger und freudiger arbeiten.

Wenn der Hund ein Verhalten zuverlässig korrekt zeigt, dann lernt er neu das Kommando dazu. Also erst wenn der Hund sich sicher hinsetzt um einen Click auszulösen wird der Befehl "Sitz" eingeführt. Dadurch wird das Kommando vom erstenmal weg immer nur mit der positiven und korrekten Ausführung verbunden.

Wenn auch diese Stufe beherrscht wird, kann man beginnen nicht mehr jedes Mal mit Click/Belohnung zu bestätigen, sondern immer wieder einmal eine Bestätigung weglassen. Man nennt das die "Variable Bestätigung". So lernt der Hund letztendlich das Kommando auszuführen, auch wenn kein Clicker mit im Spiel ist.

Was sind nun die Schwierigkeiten bei dieser tollen Trainingsmethode? Schwierigkeit Nummer 1 ist das Timing: Der Hundeführer muss wirklich die richtige Zehntelsekunde für den Click treffen. Die zeitlich markante Präzision des Geräusches bedeutet leider auch, dass der Hund ein halbe Sekunde später womöglich den Click falsch interpretiert und sich für ein anderes Verhalten bestätigt fühlt. Beispiel: Ich möchte, dass sich der Hund hinsetzt. Er "wischt" mit seinem Podex einmal kurz über den Boden. Clicke ich genau dann, wenn seine 4 Buchstaben den Boden berühren, dann habe ich den richtigen Weg eingeschlagen. Das nächste Mal wird er den Bodenkontakt suchen und vielleicht schon sitzen. Clicke ich eine halbe Sekunde später, wenn sich seine Schwanzwurzel womöglich wieder nach oben bewegt, dann bestätigt ich aus Sicht des Hundes eigentlich das Aufstehen - eine unangenehme Verwirrung. Womöglich wird der Hund nun überhaupt den Ansatz des Hinsetzens vermeiden.

Die zweite Schwierigkeit: Ich brauche als Hundeführer gerade am Anfang viel Geduld und vor allem viel Vertrauen in meinen Hund. Nämlich das Vertrauen, dass der Hund das gewünschte Verhalten früher oder später von selbst anbieten wird. Hat man einmal die ersten Erfolge mit dieser Methode erzielt, kommen Geduld und Vertrauen ganz von selbst.

Beide Probleme sind übrigens Probleme des Hundeführers - der Hund hat mit dieser Methode eigentlich nie Schwierigkeiten...

Informationen über Bücher zu dieser Ausbildungsmethode findet Ihr in unserer Literaturliste.

 
Österreichischer Kynologenverband Australian Shepherds of Austria